Beratung und Behandlung zu allen Fragen der Verhütung

Wir bieten Ihnen eine individuelle Verhütungsberatung angepasst an Ihre jeweilige Lebenssituation. Gemeinsam finden wir die für Sie beste Verhütungsmethode!
Der Pearl-Index dient der Bestimmung der Verhütungssicherheit einer Methode. Er gibt an, wieviele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie diese Methode ein Jahr lang anwenden.

Die verschiedenen Verhütungsmethoden im Überblick

Verhütungsmethode Pearl-Index Beschreibung
Kondom 2
Als klassische »Barrieremethode« ist dies das einzige Verhütungsmittel, das auch einen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen bietet. Es greift nicht in den Körper und den Zyklus der Frau ein, allerdings ist die Verhütungssicherheit, die es bietet, sehr abhängig der Anwendung und daher als alleinige Verhütungsmethode nicht immer die richtige Wahl.
Natürliche Familienplanung (NFP) 0,4–10
Für eine Frau gibt es unterschiedliche Möglichkeiten ihren Zyklus zu beobachten, um so die fruchtbaren Tage zu ermitteln. Dabei reichen die Methoden von der reinen Kalendermethode (Errechnen des fruchtbaren Fensters anhand der Zykluslänge) über die sympto-thermale Methode (Messung der Körpertemperatur und Begutachtung des Zervixschleims) bis hin zur Messung von Hormonkonzentrationen im Urin mit Hilfe von Teststäbchen. Damit kann man unterschiedlich gut und zuverlässig die Zeiten eingrenzen, in denen entweder die Chancen auf eine Schwangerschaft besonders hoch sind oder eben andererseits die Zeiten, in denen Geschlechtsverkehr möglich ist, ohne dass eine Schwangerschaft eintreten wird.
Orale hormonelle Kontrazeption (die »Pille«) 0,3–1
Auch wenn die Pille in den letzten Jahren zunehmend hinterfragt wird, ist sie für viele Frauen immer noch ein gutes Verhütungsmittel. Durch die regelmäßige Zufuhr von körperähnlichen Hormonen versetzt sie die Eierstöcke in eine Art Ruhezustand und verhindert den Eisprung. Dadurch kann keine Schwangerschaft eintreten. Gerade für junge Frauen und Mädchen, die vielleicht zusätzlich zum Verhütungswunsch auch noch Probleme mit der Regelblutung haben, kann die klassische Pille genau die richtige Wahl sein. Sie kann bei hormoneller Akne helfen und stellt eine Therapiemöglichkeit bei Endometriose oder dem PCO-Syndrom dar.
Wichtigste Nebenwirkung ist die Erhöhung des Thromboserisikos, weshalb eine individuelle Beratung vor der Pillenverordnung wichtig ist. (Eine gynäkologische Untersuchung ist aber bei jungen Mädchen keine Voraussetzung für ein Pillenrezept.)
Vaginaler Verhütungsring 0,3–1
Der vaginale Verhütungsring wird von der Frau selbst (ähnlich wie ein Tampon) in die Scheide eingeführt. Er gibt Hormone ab, die über die Schleimhaut der Scheide aufgenommen werden. Der Wirkmechanismus des vaginalen Verhütungsrings ist derselbe wie bei der Pille, allerdings werden bei Verwendung des Rings sehr gleichmäßige Hormonspiegel erreicht. Für Frauen, denen die tägliche Einnahme der Pille immer zur gleichen Tageszeit schwer fällt (z.B. durch Schichtdienst), ist der Verhütungsring eine gute und einfach anzuwendende Alternative.
Östrogenfreie Pille 0,3–1
Bei erhöhtem Thromboserisiko (z.B. durch Rauchen, Adipositas, bereits erlittener Thrombose oder Lungenembolie, genetischer Gerinnungsstörung) ist die Verwendung einer klassischen Pille oder des Verhütungsringes nicht möglich. Dann ist die östrogenfreie Pille ein mögliches Verhütungsmittel. Sie wird ohne einnahmefreie Tage eingenommen und führt bei vielen Frauen dazu, dass die Regelblutung ausbleibt, solange man mit dieser Pille verhütet. Das ist nicht schädlich, und nach Absetzen pendelt sich der natürliche Zyklus wieder ein, und die Frau kann völlig unbeeinträchtigt schwanger werden. Die östrogenfreie Pille kann auch problemlos in der Stillzeit eingenommen werden, weshalb sie auch als »Stillpille« bekannt ist.
Dreimonatsspritze 0,2–0,6
Dieses Verhütungsmittel wird nur in speziellen Situationen eingesetzt, wenn andere Verhütungsmethoden nicht in Frage kommen. Die Dreimonatsspritze enthält ebenfalls Hormone, die den Eisprung unterdrücken. Sie wird entweder in den Gesäßmuskel oder unter die Haut am Bauch gespritzt, und zwar alle drei Monate erneut. Oft haben Frauen mit der Dreimonatsspritze keine Blutungen, relativ häufig kommt es jedoch auch zu Dauerblutungen und weiteren Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, depressiven Verstimmungen und Gewichtszunahme. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich bei längerfristiger Verwendung die Knochendichte verringert. Die Dreimonatsspritze kann nach Absetzen noch bis zu einem Jahr lang die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und das Eintreten einer Schwangerschaft erschweren.
Verhütungsschirmchen (Hormonspirale) 0–0,5
Wenn der Wunsch nach einer sicheren Verhütung für die nächsten Jahre besteht, kann das Einsetzen einer Hormonspirale die richtige Methode sein. Die Frau hat eine sichere Verhütung, um die sie sich dann nicht mehr kümmern muss. Inzwischen gibt es verschiedene Modelle mit unterschiedlicher Hormon-Dosierung und Liegedauer. Das Einsetzen der Spirale erfolgt auf dem gynäkologischen Untersuchungsstuhl oder in Ausnahmefällen im Op in Narkose. Im Vergleich zur Pille wirkt durch die Hormonspirale nur ein Bruchteil der Hormonmenge auf den Körper ein. Die meisten Frauen haben mit der Hormonspirale einen regelmäßigen Zyklus mit Eisprüngen. Da allerdings wenig Gebärmutterschleimhaut aufgebaut wird, kommt es häufig zu abgeschwächten Regelblutungen.
Kupferspirale 0,4–1,5
Frauen, die eine hormonfreie Verhütung wünschen und nicht (nur) mit Kondom verhüten möchten, können mit der Kupferspirale verhüten. Diese wird von uns auf dem gynäkologischen Untersuchungsstuhl oder in Ausnahmefällen im Op in Narkose in die Gebärmutter eingesetzt. Die von der Spirale abgegebenen Kupferionen schaffen in der Gebärmutter ein spermienfeindliches Milieu und führen zu einer Veränderung an der Gebärmutterschleimhaut, so dass die Entstehung einer Schwangerschaft verhindert wird. Die Spirale kann drei bis fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben und bei Kinderwunsch jederzeit wieder entfernt werden. Eine Kupferspirale greift nicht in den weiblichen Zyklus ein, allerdings berichten viele Frauen über stärkere und teilweise auch schmerzhaftere Regelblutungen.

Grundsätzlich gibt es auch kleine Kupferspiralen, die wir auch Frauen einsetzen können, die noch keine Kinder geboren haben. Bei sehr jungen Frauen und Mädchen sollte man jedoch beachten, dass die Gebärmutter möglicherweise noch nicht ausgewachsen ist, und daher solch ein Eingriff gut überlegt sein sollte.
Notfallverhütung (»Pille danach«)
Sollte einmal ungeschützter Geschlechtsverkehr stattgefunden haben (z.B. Kondom gerissen, Pille vergessen), gibt es die Möglichkeit der Notfallverhütung durch die sogenannte »Pille danach«. Sie ist inzwischen rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Es gibt zwei verschiedene Varianten. Das eine Medikament enthält den Wirkstoff Levonorgestrel, das andere Ulipristalacetat. Beide Präparate verzögern den Eisprung, um den Eintritt einer Schwangerschaft durch den bereits erfolgten Geschlechtsverkehr zu verhindern. Das heißt aber, die verhütende Wirkung besteht nur vor dem Eisprung!

Das Levonorgestrel-Präparat (z.B. PiDaNa®) muss spätestens 72 Stunden nach dem ungeschützen Geschlechtsverkehr eingenommen werden, das Ulipristalacetat (z.B. ellaOne®) spätestens 120 Stunden danach. Nach Einnahme des Levonorgestrel-Präparates kann die normale Pille weiter eingenommen werden, allerdings muss für sieben Tage zusätzlich mit einem Kondom verhütet werden.
Wenn Ulipristalacetat eingenommen wird, muss die Pille für mindestens fünf Tage pausiert werden und für 14 Tage zusätzlich mit Kondom verhütet werden.

Bei übergewichtigen Frauen kann die Wirkung der Pille danach beeinträchtigt sein (bei Levonorgestrel ab BMI>25, bei Ulipristalacetat ab BMI>30).

Die nächste Regelblutung kann sich nach Einnahme der Notfallverhütung verschieben, sollte sie nicht zum erwarteten Zeitpunkt auftreten, muss allerdings ein Schwangerschaftstest gemacht werden!

Sollte eine Notfallverhütung nach dem Eisprung notwendig sein, kann die Einlage einer Kupferspirale bis zu 120 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden.
 

Gerne beraten wir Sie und Dich über die verschiedenen Aspekte der Verhütungsmethoden. Offen von Frau zu Frau.
— Dr. Stephanie Kleinholz