Kinderwunschberatung

Schon vor der Planung einer Schwangerschaft ist es sinnvoll uns als Frauenärzte aufzusuchen.

Wir beraten Sie gerne um optimale Bedingungen für die Entstehung und gesunde Entwicklung einer Schwangerschaft zu erreichen. Zum Beispiel gibt es Empfehlungen zur Ernährung, Folsäureeinnahme, sinnvollen Impfungen oder auch zur Abklärung von Risiken bei Vorerkrankungen. Sprechen Sie uns bitte an.

 

Unerfüllter Kinderwunsch

Unerfüllter Kinderwunsch ist ein zunehmendes Problem in unserer Gesellschaft, ungefähr jedes sechste Paar in Deutschland ist davon betroffen. Die Gründe hierfür sind vielfältig.
Aufgrund der langjährigen Tätigkeit im Kinderwunschzentrum können wir Sie sehr gut bei den diagnostischen Schritten und vielen Therapien aktiv unterstützen. Die ersten Untersuchungen dienen dazu hormonelle oder körperliche Störungen auszuschließen; hierfür sind zunächst Blutentnahmen, gynäkologische und Ultraschall-Untersuchungen notwendig.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, sich Hilfe zu suchen?

Definitionsgemäß spricht man von unerfülltem Kinderwunsch, wenn über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr, trotz regelmäßigen Geschlechtsverkehrs keine Schwangerschaft eintritt. Es gibt aber auch Situationen in denen eine erweiterte Diagnostik/Therapie früher sinnvoll ist. Das sind zum Beispiel: ein Ausbleiben der Regelblutung, eine eingeschränkte Eizellreserve, vorbekannte schwere Erkrankungen, der Zustand nach bösartigen Erkrankungen, beim Mann ein Hodenhochstand oder Zustand nach einer Mumpserkrankung und vieles mehr.

 

Bei unerfülltem Kinderwunsch sprechen Sie uns bitte an. Durch jahrelange Berufserfahrung in einem großen Kinderwunschzentrum kann ich Sie bei dem Wunsch nach einer Schwangerschaft unterstützen und begleiten.
— Dr. Barbara Requadt

 

Das Vorgehen bei unerfülltem Kinderwunsch

Am Anfang steht eine ausführliche Anamnese um relevante Vorerkrankungen oder Medikamente zu erfassen. Hier können sich schon erste Anhaltspunkte zeigen.

Wichtig ist es, immer beide Partner zu untersuchen, da die Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit auf beiden Seiten gleich verteilt sind.

Nach dem Gespräch wird ein sogenanntes Zyklusmonitoring durchgeführt um Störungen der Eizellreifung oder eine Gelbkörperschwäche auszuschließen. Auch andere Hormonsysteme, wie die Schilddrüse und Nebenniere werden untersucht. Dies geschieht über Hormonuntersuchungen (durch eine spezielle Blutentnahme), eine Ultraschalluntersuchung von Gebärmutter und Eierstöcken und eine gynäkologische Untersuchung mit Untersuchung des Gebärmutterhalses.

Gleichzeitig sollte der Partner einen Termin beim Urologen ausmachen um eine Samenanalyse durchzuführen zu lassen. Bei der urologischen Voruntersuchung werden gegebenenfalls weitere Tests, wie Tast- oder Ultraschalluntersuchungen oder Hormonanalysen besprochen.

Sollten sich bei dieser Diagnostik keine relevanten Auffälligkeiten ergeben haben, ist als nächstes die Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit sinnvoll. Dies kann über eine Operation (Bauchspiegelung) oder mittels einer speziellen Ultraschalluntersuchung erfolgen, die wir auch in der Praxis durchführen.

Diese Basisdiagnostik und -therapie bieten wir in unserer Praxis an:

  • Anamnese und Beratung
  • Zyklusmonitoring (Ausschluss hormoneller Problematik)
  • Eileiterspülung mittels Ultraschall
  • Stimulation der Eizellreifung und Auslösung des Eisprungs (sofern sinnvoll)

Zu Ihrer Information folgt eine Übersicht zu Untersuchungen und Therapien, die bei unerfülltem Kinderwunsch manchmal notwendig und sinnvoll sein können.

Diagnostik bei unerfülltem Kinderwunsch

Bauchspiegelung mit Chromopertubation

Dies ist eine sehr genaue Methode. In einer Vollnarkose wird zunächst mit einer Kamera in die Gebärmutter geschaut (Hysteroskopie). Folgend geht man mit einer Kamera in den Bauchraum ein.

Dann wird eine gefärbte Flüssigkeit in die Gebärmutter gespült. Kommt diese durch die Eileiter bis in den Bauchraum, kann man von offenen Eileitern ausgehen. Sollten zusätzliche Probleme wie Verwachsungen oder Endometriose vorliegen, können diese gleichzeitig behoben werden.

Eileiterspülung per Ultraschall mit Kontrastmittel (HySaKo)

Diese Untersuchung ist sinnvoll, sollte ein operativer Eingriff nicht möglich oder nicht gewünscht sein. Auch wenn die Genauigkeit geringer ist als bei der Operation, ist häufig eine Aussage zur Durchlässigkeit der Eileiter möglich. Leider wird diese Untersuchung nicht von den Krankenkassen übernommen.

Verkehr zum optimalen Zeitpunkt

Es erfolgt eine Ultraschalluntersuchung in der Mitte des Zyklus um die GebärmutterSchleimhaut und die Eibläschen darzustellen. Bei einem sprungreifen Eibläschen von circa 18–20mm wird Verkehr zum optimalen Zeitpunkt empfohlen. In der zweiten Zyklushälfte wird eine Blutentnahme zur Messung der Progesteronwerte und damit Ausschluß einer Gelbkörperschwäche durchgeführt.

Stimulationsbehandlung

Ziel ist die Gabe von Medikamenten zum Herbeiführen (oder der Verbesserung) eines Eisprunges. Hierfür kommen zum Beispiel Clomifen oder Letrozol in Tablettenform in Frage. Diese werden an fünf Tagen kurz nach der Regelblutung eingenommen. Eine Ultraschalluntersuchung sollte dann immer durchgeführt werden um auszuschließen, dass zu viele Eibläschen wachsen, sonst kann es zu Drillings oder Vierlingsschwangerschaften kommen. Alternativ kann auch eine Spritzenbehandlung durchgeführt werden. Diese ist etwas aufwändiger, führt aber im Regelfall zum Ziel, wenn Tabletten nicht ausreichen.

Inseminationsbehandlung

Hierbei wird der männliche Samen in die Gebärmutterhöhle eingebracht.
Dies geschieht kurz vor dem Eisprung. Diese Methode ist einfach und nicht schmerzhaft. Sie erhöht die Schwangerschaftsrate insbesondere bei leichten Einschränkungen des Samenbefundes.

Künstliche Befruchtung (IVF/ICSI)

Diese Behandlung wird in spezialisierten Zentren durchgeführt. Den Ablauf dieser Behandlungen möchte ich nur kurz Beschreiben; hier ist eine Beratung in einem Kinderwunschzentrum notwendig. Diese Zentren informieren, auch online, über den Ablauf der Behandlungen. Gründe für eine Durchführung dieser Behandlung sind zum Beispiel: der Verschluß der Eileiter, eingeschränkte Samenbefunde oder eine idiopathische Sterilität (hier ist der eigentliche Grund der Sterilität nicht bekannt).

Bei der künstlichen Befruchtung führen die Patientinnen in den meisten Fällen eine Stimulationsbehandlung, also eine Spritzentherapie, durch um mehrere Eizellen heranreifen zu lassen. Diese werden dann im Rahmen eines kleinen Eingriffes unter Narkose entnommen und ausserhalb des Körpers mit dem Samen des Partners (oder bei Unfruchtbarkeit des Partners mit Spendersamen) befruchtet. Nach wenigen Tagen, in denen dann ein Embryo heranreift, werden die Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt. Die Chancen auf eine Schwangerschaft liegen pro Behandlung bei ungefähr 30–40%. Auch diese hängen vom Alter der Frau ab.